• LEVITATE!

    Ausstellung im freiraum Q21 INTERNATIONAL

    Eröffnung: Di 22.09., 19h
    Performance 'Levitation Device' von Emiliano Maggi: Di 22.09., 19.30h, Do 24.09., 19h
    Presseführung: Di 22.09., 10h
    Ort: freiraum Q21 INTERNATIONAL
    Eintritt frei

    Fotos der Eröffnung
    Fotos COOKING SECTIONS Dinner-Performance "Under The Sea There Is A Hole"
    Fotos Kinderworkshop "MONSTER PARTY" mit Emiliano Maggi

    Die Ausstellung „Levitate“ im MuseumsQuartier/freiraum Q21 INTERNATIONAL wird von Daria Khan (RUS) kuratiert und beschäftigt sich mit dem Phänomen und der fiktiven Macht der „Levitation“, mit der Denkmäler oder Leute „erhoben“ werden können. Die Levitation steht damit auch als Symbol für den Protest, den Widerstand und die Freiheit.

    Levitation kommt vom lateinischen „levitas“ und bedeutet Leichtigkeit oder Schweben. 1967 fand in den USA unter dem Titel „Levitate the Pentagon“ eine Aktion gegen den Vietnamkrieg statt. Eine Gruppe AktivistInnen wollte mit ihren Gesängen das Pentagon zum Schweben bringen und orange färben, um so die bösen Geister auszutreiben und den Vietnamkrieg zu beenden. Sie sangen Tag und Nacht, aber das Pentagon bewegte sich nicht.

    „Levitate“ nimmt diese Aktion als thematischen Ausgangspunkt und konzentriert sich auf den theatralisch spektakulären Aspekt der „Levitation“. Die Arbeiten der insgesamt 16 internationalen KünstlerInnen spielen mit Magie und Illusionen, mit Täuschungen sowie den rituellen Handlungen, die dem Akt der „Levitation“ zu Grunde liegen.

    So ist die Installation „Oneiric Hotel“ des litauischen Künstlers Julijonas Urbonas die künstlerische Nachstellung einiger erfolgreicher wissenschaftlicher Experimente zum Wachtraum, in dem man fliegt, schwebt oder frei fällt. Urbonas rekonstruiert diese Experimente als Erlebnismaschinen, in denen man intim-poetische Erlebnisse zu analysieren vermag. Er verlagert das wissenschaftliche Labor damit in gewöhnliche Schlaf- und Hotelzimmer. „Oneiric Hotel“ bietet als Pop-Up Hotel den Ausstellungs-BesucherInnen einmalige Erlebnispakete zur Erforschung der eigenen Träume. Mit seinen Schlafkojen lädt es ein, selbst experimentell tätig zu werden.

    FoUm Privatsphäre und Intimität geht es auch bei der Skulptur „Weightlessness“ (2013) von Krištof Kintera (CZE). Anhand zweier Socken auf einem „fliegenden Teppich“ thematisiert er auf humorvolle Weise Menschen, die aus ihrem gewohnten Umfeld ausbrechen wollen, um neue Dimensionen zu erschließen. In der Installation der brasilianischen Künstlerin Cinthia Marcelle „R=0 (Homage to M.A.)“ (2008) wiederum wird ein Schulstreich nachgestellt – die Befreiung aus schulischen Zwängen und sozialen Normen.

    Die Skulptur „Abracadabra“ von Karthik Pandian (USA) besteht aus vorgefundenen Materialien wie einem Megaphon, wie es bei Demonstrationen verwendet wird, das hier jedoch mit einem Zauberhut und Handschuhen überzogen wurde. „Abracadabra“ ist damit ein Symbol für den Protest und seine Hoffnungen und Sehnsüchte. Die Skulptur erinnert an die Aktion „Levitate the Pentagon“ von 1967. Alles schwebt und verweist damit ironisch auf die „Magie“, von der Revolten angetrieben werden.

    Auch Emiliano Maggi (ITA) thematisiert die „Magie“ der Levitation. Seine Skulptur basiert auf Elementen, die StraßenkünstlerInnen in Levitations-Performances verwenden und geschickt in ihrem Gewand verbergen. Die Arbeit basiert auf Maggis Archiv von versteckten Levitationsgeräten in historischen Bildern.

    Mona Vatamanu (ROU) und Florin Tudor (ROU) wiederum hinterfragen in ihrer Videoarbeit „Manifestul“ (2005) soziale Gegensätze. Erklärungen in Form von leeren Blättern werden aus der Luft über Alt-Erlaa, einem städtischen Wohnhausprojekt der 1970er Jahre, verteilt, als einfache Geste, um die Bedeutung von Widerstand zu hinterfragen.

    Der deutsche Künstler Christian Jankowski reiste für seine Arbeit „Heavy Weight History“ nach Polen. Dort lud er eine Gruppe von Gewichthebern ein, Skulpturen an öffentlichen Plätzen in der Hauptstadt Warschau zu stemmen. Die dabei entstandene Fotoserie und ein 25-minütiger Film zeigen die Anstrengungen, die es den in ihren Nationalfarben gekleideten Männern bereitet, die schweren Statuen aus Stein oder Bronze emporzuheben. Ihre Mühe symbolisiert ironisch die schwere Last der Geschichte.

    Das Begleitprogramm der Ausstellung besteht aus Vorträgen, Künstlergesprächen, Diskussionen und Führungen. Zudem haben die BesucherInnen die Möglichkeit, sich ihr persönliches „Levitations“-Paket in Form einer eigenen Gratis-Publikation zusammenzustellen.

    Ein Symposium am 21. November im Rahmen der VIENNA ART WEEK wird insbesondere die der Ausstellung zu Grunde liegenden philosophisch-begrifflichen Aspekte beleuchten und einen Überblick über die Geschichte der „Levitation“ sowie der Schlafforschung geben. Die Vorträge stammen vom Künstler/Forscher Julijonas Urbonas, dem Künstler Karthik Pandian, sowie den Schriftstellern und Philosophen Alexei Penzin und Aaron Schuster.

    KünstlerInnen:
    Iván Argote (COL), Anton Burdakov (GBR)*, Cooking Sections (ISR/ESP)*, Patrick Hough (IRL)*, Christian Jankowski (GER), Krištof Kintera (CZE), Emiliano Maggi (ITA)*, Cinthia Marcelle (BRA), Rä di Martino (ITA)*, Astrid Menze (GER)*, Raphael Montanez Ortiz (USA), Karthik Pandian (USA), Mona Vatanamu & Florin Tudor (ROU), Julijonas Urbonas (LTU)*.
    *Artist-in-Residence des Q21/MQ

    Kuratorin: Daria Khan (RUS)

    „Levitate“ wird in Kooperation mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres organisiert.
    Für die Ausstellungsarchitektur zeichnet erneut die Abteilung für Bühnen- und Kostümgestaltung, Film- und Ausstellungsarchitektur der Universität Mozarteum Salzburg verantwortlich. Unter der Leitung von Professor Henrik Ahr entwickelte die Studentin Anna Zadra ein Präsentationskonzept.

    #levitate
    #freiraumQ21

    Bild: Heavy Weight History, Christian Jankowski, 2013, Courtesy: the artist, Lisson Gallery

    23.09. bis 22.11., Di-So 13-16h, 16.30-20h
    frei_raum Q21 exhibition space
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